Alle diskutieren über 32 Zoll. Wir wollten Fakten. Zusammen mit den Test-Experten Ride Better Bikes haben wir den ultimativen Vergleich durchgeführt. Ein Bike. Zwei Laufradgrößen.
Beschleunigungs-Prüfstand. Komfortmessung auf dem Rüttelkurs. Rennstrecke mit Segment-Messung per Lichtschranke. Das Ergebnis: spannend!
Beschleunigung
Große Laufräder lassen sich schlechter beschleunigen. Soweit die Theorie. Doch wie groß ist der Unterschied genau? Das haben wir mit einem Beschleunigungsprüfstand ermittelt. Das Resultat:
- Die fahrfertigen 32 Laufräder inklusive Reifen wiegen 440 Gramm mehr als die 29 Zoll-Laufräder.
- Ein größeres Laufrad muss sich für denselben Speed langsamer drehen. Das 32 Zoll-Laufrad braucht zum Beschleunigen 10 Prozent mehr Rotationsenergie.
- Mathematisches Beispiel auf Basis des Systemgewichts (Bike und 70 Kilo schwerer Fahrer): Bei einer Beschleunigung in der Ebene von 0 auf 30 km/h mit 400 Watt benötigt das 32 Zoll Bike 3 Watt mehr.
- Im Vergleich mit der absoluten Leistung sind 3 Watt nicht wirklich relevant.
- Der Grund für die höhere Trägheit ist nicht der größere Umfang, sondern nur das höhere Gewicht.
Überroll-Performance
Die Überroll-Performance ist wichtig für Speed und Komfort. Die Messung wurde auf einem Rüttelkurs bergab durchgeführt. Die Zeit wurde per Lichtschranke ermittelt. Die Vibrationen wurden mit Beschleunigungssensoren aufgezeichnet. Jedes Bike musste den Parcours zehn Mal durchfahren. Als Referenz durchlief auch ein Race Fully den Test. Hier das Ergebnis.
- Das 32 Zoll-Laufrad hat einen flacheren Überroll-Winkel. Der Fahrer benötigt weniger Kraft beim Überrollen von Hindernissen.
- Das Hardtail war mit 32 Zoll-Laufrädern auf der standardisierten Teststrecke mit Waschbrettern 4 Prozent schneller als mit 29 Zoll-Laufrädern und 3 Prozent schneller als das Race Fully.
- 32 Zoll ist komfortabler als 29 Zoll. Die Auswertung der Beschleunigungssensoren zeigen 5 Prozent weniger Erschütterungen. Das spart Kraft in technischen Sektionen.
- Das 29 Zoll Race Fully gewinnt aber die Komfortwertung. Es filtert die Schläge am besten. Interessant wäre zu messen, wie komfortabel ein 32 Zoll-Fully ist.
- Erkenntnis: Speed und Komfort sind zwei verschiedene Dinge.
Rennstrecken-Test
Theorie ist das eine. Entscheidend ist di Praxis. Der Parcours enthielt alle Elemente einer typischen Cross-Country-Strecke und war in entsprechende Sektoren aufgeteilt. Uphill, Flow-Trail, Schotterpassage, kurvige Traverse, technischer Downhill. Zwei Fahrer fuhren mit jedem Bike je drei Runden. Bergauf und in den Tretpassagen wurden die Watt mit einem Powermeter kontrolliert.
- Überraschung im Uphill: Das Hardtail ist bergauf mit 32 Zoll-Laufrädern exakt so schnell wie mit 29 Zoll-Laufrädern. Das Plus an Grip gleicht das höhere Gewicht und die schlechtere Beschleunigung aus.
- Das 29 Zoll-Fully ist deutlich langsamer.
- Im Flow-Downhill hat das 32er nur einen minimalen Vorteil im Vergleich mit 29 Zoll.
- Im technischen Singletrail mit vielen Wurzeln ist der Vorteil größer. Mit 32 Zoll-Laufrädern ist das Hardtail 3 Prozent schneller als mit 29 Zoll-Laufrädern.
- Das 29 Zoll-Race Fully ist im technischen Downhill etwa gleich schnell wie das 32 Zoll-Hardtail.
- 32 Zoll hat in keiner der fünf Sektionen einen messbaren Nachteil.
Fazit
Der Vorteil in technischen Passagen ist messbar. Auf der Rennstrecke kann das über die Platzierung entscheiden. Für Tourenbiker ist der Unterschied eher ein feiner.
Den ganzen Test mit allen Infos inklusive Video gibt es bei Ride Better Bikes: www.bike-test.com
Du interessierst Dich für 32 Zoll?
Hier geht es zu unseren brandneuen BITURBO X 32 SAFEWING und unserem THE FRAME 32.